Ägypten plant eine neue Hauptstadt – ein Mega-Projekt

Ägypten plant eine neue Hauptstadt – ein Mega-Projekt

2019-01-31

Kairo
Kairo, die heutige Hauptstadt Ägyptens

Den Glanz vergangener Zeiten wiederherstellen, ist wohl ein Traum, den die derzeitige Regierung Ägyptens hat. Die Pyramiden sind ein Wahrzeichen der einstigen Hochkultur und genau so ein Denkmal scheint der momentane Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit einer neuen Hauptstadt für Ägypten wieder setzen zu wollen.

Einen Namen haben die Ägypten noch nicht für ihre neue Stadt, wohl aber einen Platz. Sie soll zirka 45 Kilometer östlich von Kairo entstehen. Die Regierung will daraus die neue finanzielle und auch administrative Hauptstadt Ägyptens machen. Platz gibt es laut den ehrgeizigen Plänen für fünf Millionen Menschen.

Parks sollen entstehen, über 600 Krankenhäuser, viele Moscheen und Kirchen, einen Themenpark und so weiter. Es liest sich wie ein Traum, in dem man Leben möchte. Verwunderlich ist es nicht, denn Kairo hat mit Luftverschmutzung, Überbevölkerung und bitterer Armut zu kämpfen. Für saubere Energie der Mega-Stadt sollen zirka 90 Quadratkilometer Solar-Anlagen sorgen.

Kennt man das Klima Ägyptens, weiß man, dass es immer Sommer sehr heiß wird und man es ohne Klimatisierung kaum aushält. Tagsüber kann das mit der Stromversorgung via Solar klappen, aber die Energie muss für die heißen Nächte auch gespeichert werden.

Die neue Hauptstadt wurde zwar angekündigt, aber einen Zeitplan für die Fertigstellung der kompletten Stadt haben die Verantwortlichen nicht festgelegt. Bekannt ist, dass bereits zwischen 2020 und 2022 Regierungsgebäude und Botschaften verlegt werden soll und das bereits 45 Milliarden US-Dollar verschlingt.

Ägypten schwimmt derzeit nicht gerade in Geld und laut UNICEF leben zirka 30 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Allein diese beiden Faktoren lassen das Projekt in einem anderen Licht erscheinen. Will man einfach nur eine Stadt für die Reichen bauen? Das Projekt ist fragwürdig und wird skeptisch gesehen. Alleine die Machbarkeit darf bezweifelt werden. Böse Zungen munkeln, dass die momentane Regierung einfach nur Eindruck schinden und angeben möchte. Lassen wir einfach in dubio pro reo gelten und sehen 2022 noch einmal nach, wie weit die neue Hauptstadt Ägyptens ist.



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